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19.09.2017

Probleme mit Fruchtzucker

Wenn Fruchtzucker Probleme macht



Nicht in jedem Fall ist Obst gesund. Reagiert der Darm nach dem Verzehr von süßen Früchten gereizt, mit Krämpfen, Blähungen oder Durchfall, steckt möglicherweise eine Verwertungsstörung von Fruchtzucker dahinter. Eine fruktosearme Diät kann Erleichterung bringen.

Früchte sind nicht die alleinigen Übeltäter. Anders als der Name vermuten lässt, kommt Fruchtzucker außer in Obst auch in vielen anderen Lebensmitteln und Getränken sowie in Haushaltszucker vor. Dieser Zweifachzucker, zusammengesetzt aus einem Baustein Traubenzucker und einem Baustein Fruchtzucker, lauert in Süßigkeiten, Kuchen und Konfitüre. Auch im Honig kommt Fruktose gepaart mit Glukose vor. Probleme kann überdies der Zuckeraustauschstoff Sorbit machen, der für diätetische Lebensmittel
  • zuckerfreie und zuckerreduzierte Produkte
  • eingesetzt wird und natürlicherweise in vielen Früchten vorliegt. Mit anderen Worten: Das Aufspüren von Fruchtzucker ist nicht ganz einfach. Doch in der Regel auch nicht bis auf die kleinste Stelle hinter dem Komma nötig. Denn bei der Fruchtzuckermalabsorption handelt es sich „nur" um eine Unverträglichkeitserscheinung und nicht um eine Allergie, bei der bereits geringste Spuren des problematischen Stoffs zu lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen führen können.

    Wie kommt es zu den Beschwerden?


    Die mit der Nahrung aufgenommenen zusammengesetzten Kohlenhydrate werden im Darm durch Enzyme in Bruchstücke zerlegt. Spezielle Proteine nehmen die Einzelzucker huckepack und schleusen sie durch die Darmwand in den Körper. Ist das Transportsystem für Fruchtzucker defekt, spricht man von einer Fruktosemalabsorption (mal = schlecht, Absorption = Aufnahme), manchmal auch als intestinale Fruktoseintoleranz bezeichnet. Der nicht oder nur unzureichend aufgenommene Fruchtzucker wandert in den Dickdarm. Dort ist er ein „gefundenes Fressen" für die Darmbakterien, die ihn zu kurzkettigen Fettsäuren, Wasserstoff und anderen Gasen verstoffwechseln. Unangenehme Folge: Es kommt zu mehr oder weniger stark ausgeprägten Beschwerden angefangen von Völlegefühl, Blähungen, einseitigen Bauchschmerzen bis hin zu Durchfällen. Die Anzeichen sind ähnlich wie beim Reizdarmsyndrom.

    Warum aber reagieren manche Menschen auf den Zuckerstoff und andere nicht? Das erklärt Dr. Volker Schmiedel im 46. naturheilkundlichen Newsletter der Inneren Abteilung der Habichtswald-Klinik Kassel: „Die Aufnahmefähigkeit der Darmschleimhaut für Fruktose wird vermutlich von mehreren Genen bestimmt. Daher gibt es auch keinen strengen Erbgang für diese Störung. Die Grunderkrankung kann nicht ursächlich behandelt werden. Die einzig richtige Therapie ist die symptomatische Therapie mit Meidung fruktosereicher Nahrung."vgl. Tipps Hereditäre Fruktoseintoleranz (HFI) Sie ist weitaus seltener als die Malabsorption. Die Statistiker rechnen mit einem HFI-Fall auf 20.000 Menschen. Die Anlage wird von beiden Elternteilen an das Kind vererbt, ohne dass bei ihnen selbst die Krankheit ausgebrochen sein muss. Bei HFI wird die Fruktose zwar ganz normal aus dem Dünndarm in das Blut geschleust, doch die Prozesse in der Leber, die eine Schlüsselstellung im Fruchtzuckerstoffwechsel einnimmt, sind stark beeinträchtigt. Da ein bestimmtes Enzym fehlt, können sich bei Fruktoseverzehr toxische Stoffwechselprodukte ansammeln, die schwere Leber-, aber auch Nierenschädigungen nach sich ziehen. Die Betroffenen müssen Fruchtzucker konsequent meiden

    Hat sich die Malabsorption erst aufgrund einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut, etwa bei Zöliakie oder Morbus Crohn, entwickelt, sprechen Mediziner von der sekundären Form. Hier gilt es vor allem, die zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln. Generell ist die Fruktosemalabsorption von einer zweiten Form der Fruchtzuckerunverträglichkeit zu unterscheiden: der Hereditären Fruktoseintoleranz. Sie tritt zum ersten Mal im Säuglingsalter auf, nämlich dann, wenn Kinder mit dem angeborenen Enzymdefekt nach dem Abstillen Beikost mit Obst bekommen. Klassische Anzeichen sind Appetitmangel, häufiges Erbrechen und Gedeihstörungen. Oft entwickeln betroffene Kinder eine „natürliche" Aversion gegen Süßes, Obst und Gemüse. Positiver Nebeneffekt: Das Gebiss ist meist ausgezeichnet.

    Um die nötigen Maßnahmen gegen die Verdauungsbeschwerden einzuleiten, ist eine genaue Diagnose nötig. Erster Schritt: ein Ernährungstagebuch, in dem die verzehrten Speisen und Getränke und mögliche körperliche Reaktionen notiert werden. Bei begründetem Verdacht kann der Arzt einen H2-Atemtest veranlassen. Die ermittelte Menge an Wasserstoff, die der Patient ausatmet, nachdem er eine definierte Fruktoselösung getrunken hat, lässt Rückschlüsse auf eine unnatürliche Gasentwicklung im Darm zu. Aber: Tests mit Fruktose dürfen niemals bei Verdacht auf die Hereditäre Fruktoseintoleranz (HFI) durchgeführt werden!

    Individuelle Toleranzschwelle

    Steht die Diagnose Malabsorption fest, liegt die Therapie auf der Hand: Fruchtzucker reduzieren und Sorbit unter Umständen meiden. Da die Unverträglichkeit von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausgeprägt ist, braucht auch die Diät mehr oder weniger streng auszufallen. Dadurch erklären sich auch die verschiedenen Diätvorschläge, die von Patienten, Behandlern und in der Literatur angegeben werden. Die Schwelle, ab der Fruchtzucker bei Erwachsenen Probleme macht, kann bei zehn oder bei fünf Gramm liegen. Sehr Empfindliche reagieren bereits auf ein Gramm mit Bauchbeschwerden. Die Ernährungsumstellung geschieht in der Regel in drei Schritten . Zunächst kommt eine Phase mit streng fruktosearmer und sorbitfreier Kost für zwei bis vier Wochen (in manchen Fällen auch länger). Tritt eine Besserung ein, können nach und nach Lebensmittel eingeführt werden, um sich so an die individuelle Grenze heranzutasten. In dieser Test
  • und Aufbauphase sollte pro Tag beispielsweise nur eine Obstsorte ausprobiert werden, da mehrere Stunden vergehen können, bis Beschwerden auftreten. Nach und nach wird die Liste der bekömmlichen Lebensmittel wieder länger.

    Doris Eschenauer

    Mehr Infos www.was-wir-essen.de, aid infodienst, Bonn „Fruktosearm genießen, 100 Rezepte bringen den Bauch zur Ruhe", Kamp / Schäfer, GU, München „Köstlich essen ohne Fructose", Schleip / Kedzierski, Trias Verlag, Stuttgart „Fruchtzuckerarm kochen und sich wohl fühlen", Ledochowski / Hölzl / Pflandler, Hubert Krenn Verlag, Wien www.fructoseintoleranz.de, Selbsthilfegruppe Hereditäre Fructoseintoleranz (HFI)



    Tipps für unbeschwerten Genuss



    • Fruktose nicht grundsätzlich meiden
    • Unproblematische Süßungsmittel: Traubenzucker, Milchzucker, Süßstoff
    • Lebensmittel mit einem ausgewogenen Fruktose-Glukose-Gehalt oder einem Übergewicht an Glukose werden besser vertragen. Mandarinen, Beeren oder reife Bananen besitzen beispielsweise solch ein günstiges Verhältnis
    • Fruktosehaltige Lebensmittel über den Tag verteilt in kleinen Portionen essen
    • Obst bekommt gemeinsam mit den Hauptmahlzeiten meist besser, z. B. als Dessert
    • Die gleichzeitige Anwesenheit von Traubenzucker erhöht die Verträglichkeit von Speisen: deshalb Traubenzucker zum Süßen von Erdbeerquark, Salatdressing etc. verwenden
    • Fruchtsäfte, Limonaden und Colagetränke durch milde Tees und kohlensäurearmes Mineralwasser ersetzen
    • Süßigkeiten mit Fruchtzucker und Sorbit meiden (auch zuckerfreie Kaugummis)
    • Roggenprodukte und weizenfreie Backwaren sind vielfach bekömmlicher



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